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Im größten Bio-Zitrusgarten Österreichs – samt Pflegetipps für Zitrusgewächse

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Fast jedes Jahr im Sommer bin ich eine Woche in Kärnten. Und oft nutze ich die Gelegenheit, nach Faak am See zu fahren, um die größte österreichische Bio-Zitrusgärtnerei zu besuchen. Es gibt bei Michael Ceron über 280 Arten (!!!) von Zitrusgewächsen aus aller Welt, ist also immer einen Besuch wert.

Fast alle Pflanzen in Töpfen, die man dort sieht, kann man auch kaufen, die Preise richten sich dabei nach der Größe der Pflanze und deren Seltenheit, es gibt zum Beispiel einen prachtvollen, ca. 1,6 Meter hohen Meyer-Baum mit sehr vielen Früchten um 2.500, Buddhas Hand Pflanzen (60 cm hoch mit 3 großen Früchten um 135), aber auch Yuzu-Pflanzen, die gerade in Wien sehr beliebt sind, wie Michael sagt. Vielleicht liegt das ja am Mochi-Kochbuch (zum Beispiel hier: babettes.at/kochbuch-izakaya), in dem Yuzu(saft) sehr oft vorkommt.

Hier ein paar Fotos aus dem Zitrusgarten

Ich habe auch Mister Citrus himself, Michael Ceron, der viel zu tun hat und ständig irgendwo herum wuselt, erwischt, wie er dabei war, eine ganze Reihe Zitronenbäume zu gießen. Das dauert natürlich seine Zeit und war eine gute Gelegenheit, um mit vielen Fragen lästig zu sein. Und weil er ein netter Kerl ist, hat er sie geduldig beantwortet und mir außerdem viele nützliche Tipps gegeben.

Tipps zur Pflege deiner Zitruspflanzen

Im Gegensatz zu der weit verbreiteten Ansicht, dass man Zitronenbäume nur mit abgestandenem oder Regenwasser gießen darf, meint Michael Ceron, dass das nicht notwendig ist, er selbst gießt NUR mit Leitungswasser. Wäre bei seinen hunderten Bäumchen und Bäumen wahrscheinlich auch gar nicht anders möglich.

Die Erde der Zitronenbäume sollte hin und wieder komplett austrocknen und erst dann wieder richtig eingewässert werden. Die Pflanzen brauchen diesen „Stress“, sagt Ceron, um besonders viele Blüten zu bilden. Andererseits vertragen sie es aber auch ohne Probleme, wenn es 2 Wochen durchgehend regnet.

Alle Probleme, die ein Zitronenbaum haben kann (mit Ausnahme von Schädlingen), führt Ceron auf Probleme mit der Erde zurück. Umtopfen hilft immer, sagt er, und hat durch fachgerechtes Umtopfen schon viele Pflanzen seiner Kunden gerettet. Dabei sind aber einige Dinge zu beachten.

Einen Zitronenbaum umtopfen

  • Umgepflanzt wird nur in der Wachstumszeit zwischen April und September. Ob die Pflanze Blüten, Früchte oder beides hat, spielt keine Rolle.
  • Einen größeren Topf verwendet man nur dann, wenn die Pflanze größer werden soll. Im Normalfall ist das aber nicht notwendig.
  • Bitte ausschließlich Bio-Erde und Bio-Dünger verwenden (wir wollen doch kein Gift in unseren Zitronen!), beides gibt es schon in den meisten Gartenmärkten. Michael Ceron hat eine eigene Bio-Produktlinie entwickelt – Erde, Langzeit- und Flüssigdünger – und versendet sie auch.
  • Die Erde im Topf sollte vor dem Umtopfen möglichst trocken sein.
  • Nachdem man die Pflanze aus dem Topf gehoben hat, wird die Erde rundherum mit den Fingernspitzen abgetragen, die Wurzelenden sollten dann frei liegen. Mit einer scharfen Schere die Wurzelspitzen 0,5 bis 1 cm kürzen. Tut man das nicht, entwickeln sich die Wurzeln trotz frischer Erde nicht weiter.
  • Der Topf wird dann ordentlich gesäuber.
  • Um das Loch unten im Topf zu schließen KEIN Unkrautvlies verwenden (das habe ich früher gemacht), weil das nach einer gewissen Zeit abdichtet und das Wasser nicht abrinnen kann. Statt dessen ein Tonscherbe verwenden, die Krümmung nach oben.
  • Je nach Größe den Topf 3 bis 5 cm Blähton befüllen, damit die Wurzeln der Pflanze nicht im Wasser stehen und Luft bekommen.
  • Die Pflanze wieder in den Topf stellen und den Raum zwischen Erde und Topf mit Bio-Erde (eventuell auch Bio-Langzeit-Dünger untermischen) befüllen und nur mäßig verdichten.
  • Den Erd- bzw. Wurzelballen dabei aber nicht tiefer als zuvor eingraben!
  • Zum Schluss dann ordentlich einwässern und die meisten Triebspitzen des Gehölzes um 1 bis 2 Blattpaare stutzen.
  • Gestutzt wird IMMER NUR nach dem Umtopfen!

Fest steht, dass Zitrusbäume recht rubuste Pflanzen sind und man eigentlich nicht viel falsch machen kann, wenn man die Grundregeln beachtet. Mein großer Baum zum Beispiel überwintert immer im Stiegenhaus und hat vor ein paar Jahren in der Indoor-Zeit ungefähr zwei Drittel seiner Blätter verloren, er hat wirklich erbärmlich ausgesehen. Vielleicht habe ich ihn zu viel gegossen, keine Ahnung mehr, was ich falsch gemacht habe. Kaum war er im Frühjahr wieder draußen, hat er an Dutzenden Stellen frisch ausgetrieben und es ging ihm wieder prächtig. In einem anderen Jahr hatte er über den Winter so viele Blüten, wie überhaupt noch nie davor oder danach. Im Folgejahr hingen dann circa 40 Zitronen am Baum.

Falls ihr also schon mal überlegt habt, einen Zitronenbaum zu kaufen, es aber nicht gemacht habt, weil ihr dachtet, es wäre zu kompliziert, kauft euch einen, er bringt so viel Freude (und Zitronen!). Allerdings sollte die Pflanze keine billige italienische Importware sein, sondern erstens ein Bio-Bäumchen sein und zweitens von einem vertrauenswürdigen Gärtner stammen, der sich wirklich auskennt. Wie Michael Ceron zum Beispiel.

[Und für alle in Wien & Umgebung, die’s jetzt eilig haben: er wird auf der internationalen Gartenbaumesse in Tulln sein, 29. August bis 2. September 2019.]

Schaut auch mal auf zitrusgarten.at!

Das war natürlich alles auch ein Bisserl Werbung, aber weder beauftragt noch honoriert, ich habe auch meinen Einkauf dort selbst bezahlt.

 

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Christoph Foto
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